{"id":470,"date":"2025-12-15T12:15:36","date_gmt":"2025-12-15T11:15:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.eulenforschung.de\/?page_id=470"},"modified":"2025-12-15T12:23:03","modified_gmt":"2025-12-15T11:23:03","slug":"radiotelemetrie-studie-2001","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.eulenforschung.de\/index.php\/radiotelemetrie-studie-2001\/","title":{"rendered":"Radiotelemetrie-Studie 2001"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2001 f\u00fchrten wir erstmals eine Telemetrie-Studie durch. Unterst\u00fctzt von der Stiftung Naturschutzfond, der Gl\u00fccksspirale und dem Staatlichen Museum f\u00fcr Naturkunde in Stuttgart.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Steinkauz (<em>Athene noctua<\/em>) gilt als stark bedrohte Vogelart seit seines weitr\u00e4umigen Bestandsr\u00fcckganges das besondere Interesse des Artenschutzes.<br>Genauere Erkenntnisse \u00fcber die Aktionsr\u00e4ume und Nutzung des Lebensraumes k\u00f6nnen weitere m\u00f6gliche Ansatzpunkte f\u00fcr ein umfassenderes und effizienteres Schutzkonzept bieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel der Untersuchung war es, umfassende Daten zur Habitatnutzung zu sammeln.<br>Mit Hilfe der Radiotelemetrie und direkter Beobachtung werden die bevorzugten Aufenthaltsgebiete \u2013 also Jagdgebiete, Ruhepl\u00e4tze und Tageseinst\u00e4nde \u2013 erfasst.<br>Zus\u00e4tzlich sollen Gew\u00f6llefunde und Daten \u00fcber den Bruterfolg ein detailliertes Bild der Population und ihrer Lebensgewohnheiten im Untersuchungsgebiet liefern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Methode<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die \u00fcberwiegend n\u00e4chtliche Lebensweise der Eulen ist die M\u00f6glichkeit der direkten Beobachtung gewissen Grenzen unterworfen.<br>Um dennoch sowohl Informationen \u00fcber die Aufenthaltsorte der V\u00f6gel zu erhalten als auch die Chancen auf Observierung zu verbessern, bietet die Radiotelemetrie gute Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verwendet wurden Mini-Sender, die im Bereich von rund 150 MHz ein st\u00e4ndiges Pulssignal abgeben.<br>Die Sender bestehen aus einem etwa 1 \u00d7 2,5 cm gro\u00dfen Geh\u00e4use und einer rund 20 cm langen Antenne.<br>Die Sender sind bis zu einer Reichweite von maximal 4 km ortbar und besitzen eine Lebensdauer von bis zu 6 Monaten.<br>Mit Hilfe einer Empfangseinheit und einer Peilantenne k\u00f6nnen die Aufenthaltsorte der Individuen durch Mehrfach-Peilungen in einem m\u00f6glichst kleinen Zeitfenster im Sinne einer Kreuzpeilung auch von nur einer Person lokalisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei g\u00fcnstigen Bedingungen im Hinblick auf Entfernung und Helligkeit bieten sich zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten zur Beobachtung der Tiere und Ermittlung der jeweiligen Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Untersuchungsgebiet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebiet westlich der Stadt B\u00f6nnigheim im Norden des Landkreises Ludwigsburg zeichnet sich durch eine klimatisch sehr g\u00fcnstige Lage aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebiet westlich der Stadt B\u00f6nnigheim im Norden des Landkreises Ludwigsburg zeichnet sich durch eine klimatisch sehr g\u00fcnstige Lage aus.<br>Gelegen am \u00f6stlichen Rand des Stromberges, eingerahmt von zwei seiner Ausl\u00e4ufer, die als Weinberge genutzt werden, bietet das Tal mit einer L\u00e4nge von ca. 1 km eine hohe Strukturvielfalt in Form von Streuobstwiesen, Kleing\u00e4rten, Wiesen und Getreidefeldern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben einem hervorragenden Angebot an Nisth\u00f6hlen in Form von Steinkauzr\u00f6hren und nat\u00fcrlichen Nistplatzgelegenheiten \u2013 wie Baumh\u00f6hlen, Gartenh\u00fctten und Holzstapeln \u2013 finden sich auf relativ kleinem Raum verschiedene Lebensraumbereiche mit vielen zur Brut notwendigen Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Untersuchungsgebiet wurde in der Brutsaison 2001 von insgesamt f\u00fcnf Brutpaaren besiedelt (entspricht einer Dichte von 5 Brutpaaren \/ km\u00b2).<br>Die Bruterfolge lagen mit 3 bis 5 Jungen im normalen Bereich, doch l\u00e4sst sich im langfristigen Vergleich mit anderen Gebieten ein geringf\u00fcgig h\u00f6herer Bruterfolg nachweisen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ergebnisse<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchungen konnten zun\u00e4chst zu folgenden Aspekten interessante Erkenntnisse liefern:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Tageseinst\u00e4nde:<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die untersuchte Population zeigt eine Bevorzugung von Holzstapeln bei der Wahl ihrer Ruhepl\u00e4tze und Tageseinst\u00e4nde.<br>Von 32 regelm\u00e4\u00dfig besetzten Pl\u00e4tzen befanden sich 22 in solchen Holzstapeln.<br>Der Rest verteilt sich auf H\u00fctten, Baumh\u00f6hlen und Pl\u00e4tze mitten im Ge\u00e4st von Obstb\u00e4umen.<br>Die zur Brut verwendeten Nistr\u00f6hren werden \u00fcber Monate nicht mehr besucht, obwohl sich die Tiere in direkter Umgebung aufhalten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fl\u00e4chen zur Nahrungssuche:<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gr\u00fcnland in den besiedelten Streuobstwiesen wird im Sommer zu einem weit geringeren Ausma\u00df zur Nahrungssuche genutzt als zun\u00e4chst angenommen.<br>Alle untersuchten Individuen sowie weitere unbesenderte Tiere wurden regelm\u00e4\u00dfig und \u00fcberwiegend w\u00e4hrend der Nachtstunden in den umliegenden Weinbergen angetroffen.<br>Nur zu den Anfangs- und Endphasen der Aktivit\u00e4tsperiode jagen die V\u00f6gel in den Streuobstwiesen und bevorzugen hier eindeutig Fl\u00e4chen mit niedriger Vegetation (beweidete oder frisch gem\u00e4hte Wiesen und Graswege).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der 2001 mit Radiotelemetrie untersuchten Steinkauz-Population lie\u00df sich eine Bevorzugung von Holzstapeln als Tageseinstand ermitteln.<br>Die zur Nahrungssuche genutzten Fl\u00e4chen konzentrieren sich stark auf die angrenzenden Weinbaufl\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Hilfe einer Empfangseinheit und einer Peilantenne k\u00f6nnen die Aufenthaltsorte der Individuen durch Mehrfach-Peilungen in einem kleinen Zeitfenster im Sinne einer Kreuzpeilung lokalisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei g\u00fcnstigen Bedingungen im Hinblick auf Entfernung und Helligkeit bieten sich dadurch zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten zur Beobachtung der Tiere und Ermittlung ihres Bewegungsradius.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2001 f\u00fchrten wir erstmals eine Telemetrie-Studie durch. 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