{"id":30,"date":"2025-09-15T12:34:23","date_gmt":"2025-09-15T10:34:23","guid":{"rendered":"http:\/\/janescher.de\/?page_id=30"},"modified":"2025-12-15T14:18:23","modified_gmt":"2025-12-15T13:18:23","slug":"unser-steinkauzprojekt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.eulenforschung.de\/index.php\/unser-steinkauzprojekt\/","title":{"rendered":"Unser Steinkauzprojekt"},"content":{"rendered":"\n<p>Unser Steinkauz-Projekt dient dazu, die Brutbiologie des Steinkauzes zu erforschen. Auf diese Weise werden Strategien und konkrete Ma\u00dfnahmen zum Schutz dieser in den 1980er Jahren im Landkreis Ludwigsburg fast ausgestorbenen (1988: acht nachgewiesene Brutpaare!) Eulenart entwickelt und in der Praxis umgesetzt. Einen anschaulichen Eindruck erhalten Sie in dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h-XYIIDd1a8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video<\/a>, das unser Sponsor Ensinger f\u00fcr uns vor einigen Jahren produziert hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauz_Beringung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauz_Beringung.jpg 800w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauz_Beringung-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauz_Beringung-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauz_Beringung-270x180.jpg 270w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:35px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Methoden der Datenerhebung<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine der wichtigsten Methoden ist die wissenschaftliche Beringung von Jungv\u00f6geln. Dieses geschieht in enger Kooperation mit der Vogelwarte Radolfzell und selbstverst\u00e4ndlich mit der notwendigen Genehmigung der Oberen Naturschutzbeh\u00f6rde im Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart. Wiederfunde der Ringe geben beispielsweise R\u00fcckschl\u00fcsse darauf, wie sich eine Population ausbreitet oder wie geografische L\u00fccken zwischen bestehenden Restpopulationen geschlossen werden k\u00f6nnen. Zu Wiederfunden kommt es entweder beim zuf\u00e4lligen Fund toter Tiere oder beim gezielten Wiederfang von Altv\u00f6geln. Auch andere Eigenschaften wie Partner- oder Reviertreue oder auch maximale und durchschnittliche Lebensdauer von Steink\u00e4uzen kann mit Hilfe von Ringfunden ermittelt werden. Die wissenschaftliche Beringung mit extrem leichten Aluminiumringen bedeutet f\u00fcr den Vogel bei sachgem\u00e4\u00dfer Anwendung keinerlei Beeintr\u00e4chtigung. Das belegt nicht nur unsere \u00fcber 30-j\u00e4hrige Arbeit sondern auch die Erfahrungen der Vogelwarte Radolfzell und anderer Beringungszentralen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Beringung bringen Sichtbeobachtungen oder die Auswertung von Foto- und Videoaufnahmen, z.B. mit Hilfe von Wildkameras, die auch nachts Aufnahmen liefern, wertvolle Erkenntnisse zum Verhalten der Steink\u00e4uze. F\u00fcr bestimmte brutbiologische Fragestellungen ist die Geschlechtsbestimmung per Federanalyse von Relevanz. Von immer gr\u00f6\u00dferer Bedeutung wird die Radiotelemetrie: Den V\u00f6geln werden leichte Sender angebracht. Diese erm\u00f6glichen es, die Wanderungsbewegungen der Tiere mit satellitengest\u00fctzer Technik nachzuvollziehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-100 is-style-outline is-style-outline--1\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/index.php\/radiotelemetrie-studie-2001\/\">Telemetrie-Projekt 2001<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-100 is-style-outline is-style-outline--2\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/index.php\/radiotelemetrie-studie-2009\/\">Telemetrie-Projekt 2009<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-100 is-style-outline is-style-outline--3\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/index.php\/ueberwachungsstation\/\">Unsere \u00dcberwachungsstation<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verbreitung des Steinkauzes im Untersuchungsgebiet<\/h3>\n\n\n\n<p>Um Schutzma\u00dfnahmen definieren zu k\u00f6nnen, muss die Verbreitung der Tiere ermittelt und dokumentiert werden. Dazu werden mit topografischen Karten, Flurkarten, Google Earth und GPS die Aufenthalts- und Nistgebiete der Tiere untersucht. Wir betreuen im Landkreis Ludwigsburg und angrenzenden Gebieten mehr als 1.000 k\u00fcnstliche Nisthilfen (Brutr\u00f6hren). Auf diese Weise m\u00f6chten wir den R\u00fcckgang nat\u00fcrlicher Brutm\u00f6glichkeiten auszugleichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schaffung neuer Brutm\u00f6glichkeiten<\/h3>\n\n\n\n<p>Anhand der Bestandserfassungen k\u00f6nnen gezielte Ma\u00dfnahmen getroffen werden, z.B. die Schaffung von Trittsteinbiotopen, um Inselpopulationen entgegenzuwirken (Biotopverbund). Die nicht besiedelten Bereiche werden mit Brutr\u00f6hren (Nisthilfen) erschlossen. Brutb\u00e4ume mit Naturh\u00f6hlen werden durch Patenschaften gesch\u00fctzt. Die von uns aktuell verwendeten Nisthilfen sind eine Weiterentwicklung der 1970 von Ludwig Schwarzenberg eingef\u00fchrten \u201eSchwarzenberg-R\u00f6hre\u201c. Auf diesem bew\u00e4hrten Konzept basieren fast alle in Deutschland eingesetzten Steinkauzr\u00f6hren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"724\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-724x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-207\" style=\"width:267px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-724x1024.jpg 724w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-768x1086.jpg 768w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-1086x1536.jpg 1086w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-1448x2048.jpg 1448w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-800x1131.jpg 800w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1-127x180.jpg 127w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Steinkauzroehre-Ludwigsburg-scaled-1.jpg 1810w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wir haben durch praktische Erfahrungen sowie durch Foto- und Video\u00fcberwachung einzelner K\u00e4sten Erkenntnisse gewonnen, mit deren Hilfe wir diese Art der Brutr\u00f6hren noch weiter verbessern konnten: Da sich am Boden einer runden R\u00f6hre unter bestimmten Bedingungen Staun\u00e4sse bilden und zu einem f\u00fcr die Jungv\u00f6gel sch\u00e4dlichen Kloakenmilieu f\u00fchren kann, haben unsere Nisthilfen einen geraden Boden. Hierdurch verteilt sich Feuchtigkeit gleichm\u00e4\u00dfiger im Substrat, was die Gefahr von Staun\u00e4sse verringert. Der Dachbereich sollte unserer Erfahrung nach allerdings abgerundet sein: Oft picken Spechte bei der Nahrungssuche L\u00f6cher in die Dachpappe \u2013 bei einer geraden Oberfl\u00e4che sammelt sich Wasser an diesen Stellen und dringt in den Kasten ein. Bei einem nach oben abgerundeten Dach flie\u00dft der Regen direkt au\u00dfen ab und dringt nicht so schnell in Schwachstellen ein. Ein wichtiges Kriterium bei der Konstruktion von Steinkauzk\u00e4sten ist der Schutz vor Pr\u00e4datoren, besonders dem Steinmarder. Durch eine Zwischenwand im Eingangsbereich der Nisthilfe entsteht eine Engstelle, die es dem Marder erschwert, in den Kasten einzudringen. Der Nachteil ist, dass Nistr\u00f6hren ohne Marderschutz vom Steinkauz bereitwilliger angenommen werden als die gesch\u00fctzten R\u00f6hren. Und selbst eine Mardersicherung bringt keinen hundertprozentigen Schutz, da besonders schlanke Tiere dennoch ins Innere des Kastens gelangen. Trotzdem \u00fcberwiegt laut unserer Erkenntnisse der Nutzen des Marderschutzes seine Nachteile \u2013 zumindest in unserer Region mit einer offenbar hohen Dichte an Steinmardern. Eine gewissen weiteren Schutz bietet der \u00fcberdachte Vorbau unserer R\u00f6hren. Dieser erschwert es Greifv\u00f6geln (z.B. M\u00e4usebussard, Habicht), mit ihren F\u00e4ngen in den Eingangsbereich der H\u00f6hle hineinzulangen und Jungv\u00f6gel hinauszuzerren. Letztendlich ist festzuhalten, dass es auch und gerade unter nat\u00fcrlichen Bedingungen nicht die optimale Bruth\u00f6hle geben kann. Dennoch ist es unser Anliegen, einer bedrohten Art wie dem Steinkauz Nisthilfen anzubieten, welche einen m\u00f6glichst hohen Bruterfolg beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Brutbiologische Daten und Bestandsentwicklung<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Kauz-300x200-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-205\" srcset=\"https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Kauz-300x200-1.jpg 300w, https:\/\/www.eulenforschung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Kauz-300x200-1-270x180.jpg 270w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die erhobenen Daten (Vorkommen, Bestandsentwicklung) geben Hinweise f\u00fcr notwendige Schutzma\u00dfnahmen auf dem jeweiligen Gemeindegebiet. Um detaillierte und verl\u00e4ssliche Ergebnisse zu erhalten, ist eine planm\u00e4\u00dfige Beringung und anschlie\u00dfende Beobachtung der markierten Steink\u00e4uze notwendig (Kontrollfangdaten).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wir k\u00f6nnen nicht alle Steinkauzreviere in unserem Untersuchungsgebiet kennen. Falls Sie selbst mal einen Steinkauz im Landkreis Ludwigsburg sehen, ist das f\u00fcr uns von gro\u00dfem Interesse. Wir bitten Sie in diesem Fall, uns Ihre Beobachtung <a href=\"https:\/\/eulenforschung.de\/wir-ueber-uns\/kontakt\/\">mitzuteilen<\/a>. Auch Funde von toten Steink\u00e4uzen sind f\u00fcr uns wichtig \u2013 und zwar in ganz besonderem Ma\u00dfe, wenn es sich um einen beringten Vogel handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich empfiehlt es sich, Ringfunde von Wildv\u00f6geln in ganz Europa \u00fcber die zentrale Website <a href=\"https:\/\/www.ring.ac\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.ring.ac<\/a> mit Angabe von Fundort und Datum an die zust\u00e4ndigen Vogelwarten zu \u00fcbermitteln. Diese sorgen neben der Erfassung und Auswertung der \u00fcbermittelten Daten daf\u00fcr, dass nicht nur der Beringer \u00fcber den Fund des von ihm markierten Vogels unterrichtet wird: Auch der Finder erh\u00e4lt R\u00fcckmeldung, wann und wo der betreffende Vogel beringt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Steinkauz-Projekt dient dazu, die Brutbiologie des Steinkauzes zu erforschen. 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