Mäusejäger ohne Revier

Der Steinkauz ist besonders gefährdet

Der Steinkauz gehört zu den besonders gefährdeten europäischen Arten. Seine Bestandsentwicklung ist stark rückläufig und führte verbreitet zu inselartiger Siedlungsstruktur bzw. zum Aussterben von Teilpopulationen. 1950 gab es in Baden-Württemberg noch 500 bis 800 brütende Steinkauzpaare. Bei der letzten Zählung 1984 wurden nur noch 250 Paare gefunden.

Dafür werden verschiedene Ursachen verantwortlich gemacht. Viele Brutplätze sind verloren gegangen, vor allem Baumhöhlen in hochstämmigen Obstbäumen und Kopfweiden, die gefällt wurden. Die bevorzugten Mäusejagdreviere, mit kurzem Gras bewachsene Wiesen, sind der Intensivierung der Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Deshalb hat die Erhaltung oder Gestaltung optimaler Lebensräume - offenes Gelände mit Obstbäumen oder Steinbrüche - eine primäre Bedeutung für den Artenschutz.

Der Steinkauz hat einen flachen Kopf, gelbe Augen, sein Gefieder ist dunkelbraun mit weißlichen Tupfen, die Brust ist gestreift. Zu seiner Lebensweise: Er jagt am Tage, sitzt gerne auf Masten, Zäunen, nistet in Baumhöhlen von Obstbäumen und Kopfweiden. Als Nahrung dienen ihm Kleinsäuger, Insekten, weniger Vögel und Raupen.

Kreisweite Eulenschutzaktion

Steinkauz
Die Grundvoraussetzung für effektive Schutzmaßnahmen sind großflächige Erfassungen der Population. In 32 Gemeinden, wovon sich 28 zumindest drei Jahre lang finanziell beteiligen, werden im Landkreis Ludwigsburg bestehende Steinkauzvorkommen kartiert und die Lebensraumansprüche untersucht. Daraus können gezielte Maßnahmen zur Schaffung von Trittsteinen im Biotopverbund umgesetze werden, um Inselpopulationen entgegenzuwirken. Die Untersuchung der Populationsdynamik soll insgesamt 15 Jahre umfassen und eine Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Radolfzell beinhalten. Die Populationsdynamik ist bestimmt durch Dichte, Verteilung der Individuen im Raum sowie Alters- und Geschlechtsaufbau des Eulenbestandes, also durch Meßgrößen, die sich im Laufe der Zeit verändern. Als wichtigste Parameter sind zu erfassen: Reproduktion (Nachwuchs), Mortalität (Sterblichkeit) und Dispersion (Abwanderung). Außerdem sind Schutzmaßnahmen geplant, deren Wirksamkeit durch langfristige Beobachtungen der Bestandsveränderungen überprüft wird. So sollen Paten für Höhlenbäume gefunden werden und künstliche Brutröhren angeboten werden, von denen 1993 bereits 150 Stück an geeigneten Stellen angebracht wurden.

Durch Planberingung in Verbindung mit langfristigen Populationsstudien bzw. regelmäßigen Kontrollen der markierten Vögel durch die Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz wird hier ein gemeindeübergreifender und kreisweiter Artenschutz praktiziert. Die Kosten werden etwa im Jahr 20.000 DM kreisweit umfassen. Jährlich werden die Ergebnisse der Ermittlungen, aus denen sich Hinweise für notwendige Schutzmaßnahmen und Naturschutzprojekte im Kreisgebiet ergeben, für die Arbeit an die untere Naturschutzbehörde weitergeleitet.

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