Mäusejäger ohne Revier
Der Steinkauz ist besonders gefährdet
Der Steinkauz gehört zu den besonders gefährdeten europäischen Arten. Seine Bestandsentwicklung ist stark rückläufig und führte verbreitet zu inselartiger Siedlungsstruktur bzw. zum Aussterben von Teilpopulationen. 1950 gab es in Baden-Württemberg noch 500 bis 800 brütende Steinkauzpaare. Bei der letzten Zählung 1984 wurden nur noch 250 Paare gefunden.Dafür werden verschiedene Ursachen verantwortlich gemacht. Viele Brutplätze sind verloren gegangen, vor allem Baumhöhlen in hochstämmigen Obstbäumen und Kopfweiden, die gefällt wurden. Die bevorzugten Mäusejagdreviere, mit kurzem Gras bewachsene Wiesen, sind der Intensivierung der Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Deshalb hat die Erhaltung oder Gestaltung optimaler Lebensräume - offenes Gelände mit Obstbäumen oder Steinbrüche - eine primäre Bedeutung für den Artenschutz.
Der Steinkauz hat einen flachen Kopf, gelbe Augen, sein Gefieder ist dunkelbraun mit weißlichen Tupfen, die Brust ist gestreift. Zu seiner Lebensweise: Er jagt am Tage, sitzt gerne auf Masten, Zäunen, nistet in Baumhöhlen von Obstbäumen und Kopfweiden. Als Nahrung dienen ihm Kleinsäuger, Insekten, weniger Vögel und Raupen.
Kreisweite Eulenschutzaktion
Durch Planberingung in Verbindung mit langfristigen Populationsstudien bzw. regelmäßigen Kontrollen der markierten Vögel durch die Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz wird hier ein gemeindeübergreifender und kreisweiter Artenschutz praktiziert. Die Kosten werden etwa im Jahr 20.000 DM kreisweit umfassen. Jährlich werden die Ergebnisse der Ermittlungen, aus denen sich Hinweise für notwendige Schutzmaßnahmen und Naturschutzprojekte im Kreisgebiet ergeben, für die Arbeit an die untere Naturschutzbehörde weitergeleitet.