FOGE-Eulenforschung > Andere über uns > Presse > VKZ vom 09.11.2004

Die Nisthilfearbeit lohnt sich

Steinkauzberinger aus Süddeutschland in Ensingen
Die Steinkauzberinger aus Süddeutschland trafen sich in Ensingen
ENSINGEN (er). Wer hat ihn gesehen? Das war eine der Fragen, denen vergangenen Samstag beim 6. Arbeitstreffen der Steinkauzberinger in Süddeutschland nachgegangen wurde. Die Versammlung am Wochenende fand in der Firma Ensinger in Ensingen statt. Seit fünf Jahren unterstützt das Unternehmen den Steinkauz. "Neben unseren internen Projekten in der Firma wollten wir auch außerhalb des Betriebs etwas in Sachen Umweltmanagement tun und so sind wir als Minisponsor zu den seltenen Eulen gekommen", so Thomas Fritz, Geschäftsführer der Firma Ensinger.

Der Steinkauz hat die Hilfe dringend nötig, denn der Bestand bewegt sich am Minimum, obwohl er noch in den 60er-Jahren als Brutvogel weit verbreitet war. Am liebsten lebte er in den ländlichen Ortschaften Baden-Württembergs, die umschlossen sind von Streuobstwiesen. Ein Steinkauzgebiet gibt es auch in Vaihingen und die Beringer in der Region konnten auch dieses Jahr wieder Erfolge verbuchen. Die FOGE (Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen e.V.) in Oberriexingen hat verschiedene Projekte, um den Bestand der kleinen Vögel zu erhalten. Auch diese wurden bei dem Arbeitstreffen besprochen. Ein Film über Brutplatzstudien von Herbert Keil zeigte den zahlreichen Teilnehmern einen Ausschnitt aus seinem Arbeitsbereich. Die Hauptrolle bekam ein Steinkauzpärchen aus der Umgebung, das schon seit einigen Jahren in diesem Bezirk lebt und jährlich zuverlässig für mindestens drei gesunde Junge sorgt. Im späteren Verlauf des Treffens besichtigten die Vogelliebhaber das Steinkauzgebiet Vaihingen.

Der Ansturm war so groß, dass die Stühle in dem Tagungsraum nicht für die Besucher aus Reutlingen, Heilbronn, Stuttagrt und so weiter, ausreichten. Nachdem Abhilfe geschaffen wurde, lauschten die Zuhörer aufmerksam den Vorträgen über die Gebiete der einzelnen Beringer und wie sie den Eulen helfen. Die Hilfe für die etwas mehr als zwanzig Zentimeter großen Vögel ist nicht vergebens, obwohl das Tier sehr intelligent, anpassungsfähig und ideenreich ist. Den schnellen Veränderungen in unserer Landnutzung ist das Tier nicht gewachsen und deshalb versuchen die Naturschützer die Brutplätze, die sehr isoliert zueinander sind, zu schützen und zu verhindern. Erste Erfolge haben sich auch schon hier eingestellt. Der Genaustausch zwischen den Gebieten hat zugenommen und in fast allen Bezirken, in denen Schutzmaßnahmen getroffen wurden, ist eine positive Entwicklung zu spüren. Die Nisthilfearbeit lohnt sich also und bestärkt die Beringer weiter zu machen und die Nisthilfen in ihren Gebieten anzubringen und die kleinen Eulen bei ihrer Entwicklung zu beobachten.

Die Grundvoraussetzungen für effektive Schutzmaßnahmen sind großflächige Bestandsaufnahmen. Daher werden die bestehenden Steinkauzvorkommen kartiert. Die Zahlen aus dem Raum Ludwigsburg waren positiv. Im vergangenen Jahr konnte Herbert Keil und sein Team 299 Jungtiere beringen. Auch die restlichen Zahlen aus Ludwigsburg waren zufriedenstellend und nach vielen Gesprächen und Diskussionen über künstliche und natürliche Brutstätten sowie über unterschiedliche Beobachtungsvarianten gingen die Eulenliebhaber zufrieden und mit neuen Ideen und frischer Motivation zurück zu ihrer Athene noctua.