Von Schleier und Mäusezähnen fasziniert
Naturschutzbund hatte die Jugendlichen zum Treffen eingeladen - Oberriexinger Eulenforscher informierte
SACHSENHEIM-OBERHASLACH. Die herzfärmige Gesichtsmaske und der Perlenschleier sind die Kennzeichen der Schleiereulen, die am Donnerstag im Mittelpunkte standen. Die NABU-Gruppe Sachsenheim hatte zu diesem Treffen in freier Natur eingeladen. Eulenforscher Herbert Keil informierte über das elegante Nachtgetier.
Immer seltener kann man Schleiereulen beobachten. Vor allem nicht auf dieser kurzen Distanz wie es am Donnerstagabend möglich war. Die Gelegenheit nützten viele Kinder, um bei einer Beringung dabei zu sein. Dabei lernten sie gleich jede Menge über das Leben der Schleiereule. Streicheln war natürlich inbegriffen.
Interesse vorhanden
"Wir möchten gerne eine Kinder- und Jugendgruppe gründen", erzählte Martin Buck, der Vorsitzende der NABU-Gruppe Sachsenheim, am Rande des Geschehens. Der "Eulen-Treff" bewies, dass viel Interesse der jungen Tier- und Naturfreunde da ist.
Herbert Keil von der Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen zeigte den rund 50 Interessierten die Merkmale seiner gefiederten Freunde. Neben der ausgeprägten Gesichtsform zieht sich über das Federkleid ein Perlenschleier aus dunklen Punkten. Der "Eulenfreund" aus Oberriexingen setzt sich bereits seit über 15 Jahren für die heimischen Eulen ein. Um verläßliche Ergebnisse zu erhalten, ist eine Beringung notwendig. Sie dient zu Erhebungen, die Hinweise für Schutzmaßnahmen in den jeweiligen Regionen geben.
Was galt es noch zu erfahren? Eine rapide Verringerung des Brutplatzangebotes sei festzustellen. Durch Umbau und Modernisierung werden katzen- und mardersichere Schlaf- und Brutplätze beseitigt. Die Schleiereule ist ein so genannter "Kulturfolger", der sich eng an die menschlichen Siedlungen angeschlossen hat. Scheunen und Kirchtürme dienen dabei als ideale Tagesschlaf- und Nistplätze.
Desweiteren wirkt sich eine Nahrungsverknappung durch den Rückgang der Beutetiere aus. Die Trennung von Ackerbau- und Grünlandgebieten, der Wegfall von Gräben und Feldrainen in Folge der Mechanisierung und Vergrößerung der Wirtschaftsflächen machen die Eulenforscher dafür verantwortlich. Offenes Feld ist nun mal das bevorzugte Jagdrevier der Schleiereule. Die Nahrung besteht bis zu 96 Prozent aus Kleinsäugern. Als Hauptmahlzeit sind Feld- und Spitzmäuse bevorzugt.
Das unverdauliche Gewölle bleibt allerdings zurück. Diese bereiteten den Jungforschern in Hohenhaslach gleich viel Spaß. Waren doch in den runden Bröseln Mäusezähnchen zu entdecken.
Text: Rudi Kern
Fotos: Helmut Pangerl