Rettung für einen Todesboten
Die Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen besteht seit 10 Jahren
LUDWIGSBURG/VAIHINGEN (p). Einst war er als Todesbote gefürchtet, dann selbst vom Aussterben bedroht. Es gab einfach nicht mehr genug Nistmöglichkeiten für den Steinkauz. Inzwischen braucht einem um den Bestand der Eulen nicht mehr bange zu sein. Das ist der Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen (FOGE) zu verdanken. 112 Brutpare sind im vergangenen Jahr im Landkreis Ludwigsburg registriert worden.
Vor zehn Jahren hatte sich die FOGE um Projektleiter Herbert Keil zusammengetan, um die Wiederansiedlung des Steinkauzes zu unterstützen. Damals wurden gerade 32 Paare gezählt.
Noch in den 60er-Jahren war der Steinkauz weit verbreitet. In Baden-Württemberg fand er einen Lebensraum vor, der seinen Anforderungen entsprach. Hier gab es ebene Landschaften mit vereinzelten Bäumen, höhlenreiche Obstbäume, Kopfweiden und Steinhöhlen. Außerdem gab es genug Nahrung wie Insekten, Mäuse und Kleinvögel.
Im Laufe der Jahre verschwanden die Streuobstwiesen, alte Gebäude wurden saniert, Landwirtschaft intensiviert und das Nahrungsangebot dadurch minimiert. Der Steinkauz bekam Seltenheitswert.
"Unsere Arbeit beginnt im Winter", berichtet Herbert Keil. Dann werden die Niströhren gereinigt und kontrolliert. Im Jahr 1989 gab es im gesamten Landkreis ganze 46 Nisthilfen für die Steinkäuze. Im letzten Jahr waren es 618.
Die FOGE übernimmt zum Beispiel Patenschaften für Obstbäume. "So wird der Bestand der Bäume auf drei Jahre gesichert", sagt der Vorsitzende Klaus Schepperle. Die FOGE beringt die Steinkäuze, bestimmt deren Alter und vermisst sie. "Damit wollen wir eine Basis für die wissenschaftliche Aufbereitung bei der Vogelwarte schaffen", informiert Schepperle.
Die Zahl der Bruten hat sich stetig erhöht. Wurden die Gelege in den Anfangsjahren der FOGE fast ausschließlich in den künstlichen Nisthilfen gefunden, brüteten im vergangenen Jahr Steinkauzpaare in Bäumen und Gebäuden. "In diesem Jahr hat sich die Zahl der Brutpaare leicht erhöht", sagt Keil, aber die Zahl der Jungen sei dennoch geringer als im Jahr zuvor. Keil führt die in erster Linie auf den verhältnismäßig feuchten Frühling zurück.
Die Feier fand in den Räumen des Ludwigsburger Umweltforums Dr. Klaus-Peter Lörcher statt. Dabei hielt Prof. Dr. Claus König einen wissenschaftlichen Vortrag über Eulen. Vorgestellt wurde ein neues Informationsblatt der Forschungsgemeinschaft über die heimischen Eulenarten. Wer sich für die FOGE interessiert: 1. Vorsitzender ist Klaus Schepperle, Tel. 07141/52519, als Projektleiter fungiert Herbert Keil, Tel. 07042/98272.